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Trinationaler Master „Mehrsprachigkeit“, meine Möglichkeit mich als Lehrperson weiter zu bilden

Wie kam ich zum Masterstudium „Mehrsprachigkeit“

Als sich meine Ausbildung zur Primarlehrperson an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in Luzern im Frühling 2008 langsam dem Ende zu neigte, merkte ich, dass mein Verlangen nach einer Vertiefung meines pädagogischen Wissens noch sehr gross war. Auf der Suche nach einer Weiterbildung stiess ich auf den trinationalen Master „Mehrsprachigkeit“. Die Idee eines trinationalen Studiums zog mein Interesse auf sich, doch zögerte ich bei der Disziplin „Mehrsprachigkeit“. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass ich ein einsprachiger Mensch sei, der Französisch und Englisch als Fremdsprache mit Mühe in der Schule und während Sprachaufenthalten gelernt hatte. Da sollte ich Mehrsprachigkeit studieren? Nach Abklärung der Aufnahmebedingungen stellte ich fest, dass ich alle notwendigen Kriterien (Bachelor mit mindestens 15 ECTS in Erziehungswissenschaften und C1 (GER) in Französisch und Deutsch) erfüllte.

Der Master für Mehrsprachigkeit steckt noch in den Kinderschuhen

Mein Studienjahrgang ist der zweite und zugleich der erste an dem Schweizer Studierende teilnehmen. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Studiengang noch in seinen Anfängen steckt. Daher benötigt es von den Studierenden viel Flexibilität und Spontanität. Dafür wird einem ein aussergewöhnliches Studium geboten.

Die zwei wichtigsten Gründe, warum ich diesen Master immer wieder machen würde

Interkulturalität
Interkulturalität wird nicht nur theoretisch vertieft, sondern ich lebe täglich in interkulturellen Situationen. Dies kommt daher dass:
- mein Jahrgang aus Studierenden aller drei Kooperationsländern (CH, D, F) besteht.
- ich während des Studiums 2 Auslandsemester (das Erste an der Universität in Mulhouse und das Zweite an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg im Breisgau) absolviert habe.
- ich während eines 4-wöchigen Praktikums in französischen Schulen hospitiert und unterrichtet habe.
- ich als eine der zwei Studierendenvertreterinnen, mit je einem Vertreter jeder Hochschule und dem Studiengangskoordinator an den Studiengangsleitungssitzungen teilnehme. So lerne ich Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Hochschul- und Schulsysteme, der Sprachpolitik und den Kulturen kennen, erlebe die Stärken (zum Beispiel Internationalität, Aufbau trinationalen Netzwerkes, Mobilität, Mehrsprachigkeit, Innovation) und Schwächen (unter anderem die Administration und Absprachen dauern länger) einer trinationalen Kooperation von sieben unterschiedlichen Hochschulen und staune über die grossen Unterschiede in den doch benachbarten Ländern.

Mehrsprachigkeitsdidaktik
Der Paradigmenwechsel von einer perfekten Mehrsprachigkeit (Sprachbeherrschen) zu einer funktionalen Mehrsprachigkeit (individuelles, der Situation angepasstes Sprachrepertoire) ist eine meiner wichtigsten Erkenntnisse aus den vielfältigen Modulen. Unter anderem lernte ich, mit welchen Unterrichtsarten (zum Beispiel bilingualer Unterricht) diese notwendige Mehrsprachigkeit gefördert werden kann. Eine weitere wichtige Erkenntnis für meinen zukünftigen Unterricht ist das vernetzte Lehren und Lernen von Sprachen.

Wo stehe ich?

Nach dem erfolgreichen Abschluss aller 14 Module folgt die Arbeit an der Masterarbeit (bei mir über bilingualen Sachfachunterricht auf der Sekundarstufe I). Neben dieser Forschungsarbeit arbeiten die meisten (ich z.B. erteile Deutsch für Migrantinnen und Migranten im Lernhaus Basel-Land).

Was werde ich nach dem Studium machen?

Was ich danach genau machen werde, ist noch offen. Vielleicht werde ich an der Primarschule „normal“ unterrichten, denn mein Masterstudium, hat mir neue wichtige Inpulse für den schulischen Alltag gegeben. Je nach Verlauf meiner Masterarbeit könnte ich mir auch vorstellen, in die Forschung (evt. Doktorarbeit) zu gehen. Kurz, es gibt viele Möglichkeiten, was ich nach meiner Masterausbildung machen könnte.

Weitere Informationen zu meiner Ausbildung: Homepage des trinationalen Masters „Mehrsprachigkeit“: http://www.master-trinational.org

Eva Hungerbühler

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