>> Reportagen

Den Glauben an die Jugend bewahren!

Jan (Deutschland) Seit 11 Jahren unterrichte ich Sport und Gemeinschaftskunde am Fachgymnasium

Wirtschaft und der Berufsschule.
Nach meinem Abitur wollte ich eigentlich Fotograf werden - Lehrer war nicht mein Berufswunsch. Es hat mir allerdings schon immer Spaß gemacht, mit jungen Leuten zusammen zu arbeiten. Ich habe dann eine Zeit lang als Sporttrainer gearbeitet und bin sozusagen als „Seiteneinsteiger“ zu meinem heutigen Beruf gekommen. Den Schritt zum Lehrerberuf bereue ich jedenfalls nicht, und die Zeit für mein schönstes Hobby, das Fotografieren, finde ich nebenbei auch noch.

Probleme mit der Benotung und Bewertung

Es gibt, wie in jedem anderen Beruf auch, immer Höhen und Tiefen. Mein größtes Problem in diesem Beruf ist die Benotung der Schüler. Es fällt mir, besonders im Fach Sport, oft schwer, objektiv zu bleiben. Wenn ich sehe, dass einige Schüler wirklich sehr bemüht sind, aber auf Grund körperlicher Hemmnisse niemals über die Note Drei oder Vier hinaus kommen, dann macht mich das sehr traurig.

Gefühl und Anteilnahme als Grundlage für gegenseitiges Vertrauen

Ich nehme meinen Beruf sehr ernst und ich investiere viel Gefühl und Anteilnahme. Manchmal bin ich mir selber nicht ganz sicher, ob das richtig ist, weil man dann sehr oft ziemlich niedergeschlagen ist. Aber gerade in der heutigen Zeit, in der über die Jugend meistens nur geschimpft wird, möchte ich den Glauben an sie bewahren. Gute Gespräche mit Schülern muntern mich immer wieder auf und geben neuen Antrieb.

Vertrauen, Sachlichkeit und Kompromissbereitschaft

Wichtig ist, dass man Vertrauen schenkt. Dabei ist es oft wirklich schwierig, Vertrauen zwischen Lehrern und Schülern aufzubauen, aber wenn es mir gelingt, dann bin ich zufrieden. Zugleich muss man viel Sachlichkeit mitbringen, um den Lehrerberuf gut ausüben zu können, und in gewissen Situationen ist es nötig standhaft zu bleiben. Aber man sollte am richtigen Ort auch kompromissbereit sein. Das gibt den Jugendlichen Selbstvertrauen in ihre Leistungen und Entscheidungen!

Guter, abwechlungsreicher Unterricht

Meine Erfahrung ist, dass Schüler sehr positiv auf abwechslungsreichen Unterricht reagieren. Als Lehrender sollte man sich deshalb ab und zu etwas Neues einfallen lassen. Dabei sollte man nicht nur seinen ausgearbeiteten Unterrichtsplan „durchackern“, sondern unbedingt auch auf Vorschläge der Schüler eingehen. Was mir sehr viel Freude macht, das sind die sogenannten Projektarbeiten. Diese fördern ungemein den Zusammenhalt in den Klassen, und dieser ist für ein gutes Klassenklima sehr wichtig!

nach oben